Gute Nacht, Kanzler

Wenn das Tagwerk vollbracht ist, legt sich Heinz-Christian Strache mit seinem Hund ins Bett und dokumentiert das gern auf seiner Facebook-Seite. So auch nach dem ORF-Sommergespräch mit Susanne Schnabl, in dem der FPÖ-Obmann mit den elf Oppositionsjahren auf dem Buckel wieder einmal die staatstragende Rolle übte. Seine mittlerweile fast 400.000 Fans lieben das. Hund & Herrl. Auf diesem Kanal können sie mit ihm kommunizieren, ohne dass eine Funsen oder Tussi – wie Straches Facebook-Freunde die ORF-Moderatorin zu nennen pflegen, von öden Namenswitzen gar nicht zu reden – den Meister dauernd unterbricht.

Nach dem TV-Auftritt der Auftritt auf Facebook: Strache kuschelt mit Hund.

Für seine Fans ist Heinz Christian Strache ja längst Kanzler der Herzen, auch wenn manche beginnen, sich schon mit einem Kanzler Norbert Gerwald Hofer anzufreunden, sollte der eventuell doch nicht Bundespräsident werden. Für den FPÖ-Obmann selbst ist es natürlich überhaupt keine Frage, dass das Bundeskanzleramt ab 2018 für ihn reserviert ist. Wenn ihm nicht Rot-Schwarz-Grün-Neos durch die größte Regenbogen-Verschwörung aller Zeiten den gar so sicher scheinenden Wahlsieg klauen. Und damit den Anspruch auf den Posten des Bundeskanzlers. Sagt der Chef jener Partei, die – wenn man so will – durch ihre Anfechtung der Bundespräsidentenwahl bisher als einzige jemandem einen Sieg gestohlen hat.

EU-Austrittspartei, wenn es gerade passt

Was Strache zur Kanzlerschaft und seine Partei zum Regieren befähigt, das hat er im Sommergespräch trotz großen Bemühens und professionell platzierter Botschaften an das Publikum nicht vermitteln können. Da ist einmal die Sache mit Europa, wo der  Präsidentschaftskandidat Hofer im ersten Brexit-Rausch auch für Österreich eine Volksabstimmung über den EU-Austritt gefordert hat – und zwar binnen eines Jahres. Dann musste Hofer zurückrudern, um dem Gegenkandidaten Alexander van der Bellen nicht einen Elfer für den Wahlkampf aufzulegen. Straches Linie ist jetzt: Er selbst habe nie den EU-Austritt gefordert, und auch im Parteiprogramm stehe davon nichts. Beides nicht richtig, aber probieren wird man’s ja noch dürfen.

Die Schatten auf dem Schattenkabinett

Interessant auch die Konturen von Straches Schattenkabinett. Nach geeignetem Personal für eine Bundesregierung gefragt, sind immer schon zuerst die Namen von Landesparteiobmännern gekommen. Zwei von denen sitzen mittlerweile mit SPÖ und  ÖVP sowie einer ohne Portefeuille in Regierungen. Johann Gudenus ist in Wien nicht amtsführender Vizebürgermeister, kassiert weit über 9000 Euro im Monat und tut (so wie der Wiener ÖVP-Obmann Gernot Blümel, ebenfalls nicht amtsführender Stadtrat & Großverdiener) nichts dafür, diese umstrittenen Proporzposten endlich abzuschaffen. Die FPÖ lässt so was niemandem durchgehen, hier drückt sie ein Auge zu.

Nepotismus macht sicher & ministrabel

Das gilt auch für den burgenländischen FPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz, der in seinem neu geschaffenen Sicherheitsressort in der Landesregierung seinen besten Freund und den älteren Bruder von Präsidentschaftskandidat Hofer untergebracht hat. Das wurde mit vielfältigen Erklärungen verteidigt, sogar Hofer persönlich hat zu diesem Zweck zum Telefon gegriffen. Übrig bleibt, dass in der FPÖ auch Nepotismus kein Ausschließungsgrund von einem Ministeramt ist. Ebenso wenig wie Grenzüberschreitungen am rechten Rand: Der FPÖ-Abgeordnete und Anwalt Johannes Hübner steht ebenfalls auf der Ministerliste Straches.

Grenzüberschreitungen am rechten Rand

Hübner ist Anwalt der rechtsextremen Zeitschrift Aula, mit der die FPÖ sonst nichts zu tun haben will. Und Hübner verteidigt die Aula in Verfahren, die von KZ-Überlebenden angestrengt wurden, weil sie in der Monatszeitschrift pauschal als Massenmörder, Landplage und Kriminelle bezeichnet worden sind. So sieht es die Zivilrichterin, sie hat in der Sache eine Einstweilige Verfügung gegen die Aula erlassen. Johannes Hübner hat im Juni 2016 im deutschen Thüringen auch einen Vortrag vor der Gesellschaft für freie Publizistik gehalten, die sich als Dachverband von Verlagen und Autoren versteht, die sich der Meinungsfreiheit verschrieben haben. Laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands geht es da freilich um Meinungsfreiheit im Sinne einer völkischen bis neonazistischen Umschreibung der Geschichte.

Strache allein auf dem falschen Dampfer

Befragt nach den Wirtschaftskapitänen, die er für sein Regierungsprojekt schon im Boot habe, ist Heinz Christian Strache dann lediglich Reinhard Pisec eingefallen. Pisec ist der Geschäftsführer einer Firma, die vor allem russische Papierfabriken mit Zellstoff beliefert. Er sitzt seit 2010 für die Wiener FPÖ im Bundesrat und hat diverse Ämter in der Wiener Wirtschaftskammer und der Wiener Industriellenvereinigung inne. Seit 2014 ist Pisec auch FPÖ-Industriesprecher, mit wirtschaftspolitischen Vorschlägen ist er aber bisher nicht aufgefallen. Dabei könnte Strache Hilfe gebrauchen. Im Sommergespräch hat er etwa fälschlich behauptet, die VOEST würde in Österreich nicht mehr investieren – obwohl der Vorzeigekonzern zuletzt hunderte Millionen im Land investiert hat und in Kapfenberg sogar ein komplett neues Edelstahlwerk bauen will.

Lieber Job-Propaganda als Job-Konzept

Straches Konzept ist auch sonst mager. Er will Jobs schaffen, gleichzeitig aber zwölf Milliarden Euro in der Verwaltung einsparen und einen teilweisen Aufnahmestopp im Öffentlichen Dienst einführen (den es schon seit vielen Jahren gibt). Den Arbeitsmarkt will Strache gegen Osteuropa abschotten, wie er die 60.000 Pflegekräfte von dort ersetzen will, ist offen geblieben. An den Folgen der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt und wie dem zu begegnen sei, hat sich der FPÖ-Obmann vorbeigeschwindelt. Am nächsten Tag hat er dann eine Grafik auf Facebook gepostet, die das alles erklärt:

hc grafik

Autochthone Arbeitslosigkeit im Vergleich – der neueste FPÖ-Propagandaschmäh.

Wer so denkt und agitiert, der braucht keine klaren Konzepte. Der überzeugt aber auch nicht in Sachen Regierungsfähigkeit – außer natürlich seine Facebook-Freunde, die Strache in bedingungsloser Liebe zugetan sind. Nicht unähnlich dem Hund in seinem Bett. Gute Nacht, Herr Kanzler, hat ihm einer unter sein Kuschelbild geschrieben.

33 Gedanken zu „Gute Nacht, Kanzler

  1. HC Strache liebt Tiere !!! Das ist ein Charakter wo man merkt das er ein super Herz und Gefühl hat !!!!Ich schätze das sehr !!!! Er ist sympathisch geradlinig !!!!und kein Heuchler !! Ich vergönn ihn das Allerbeste!!!!!

  2. Unser Kuschel Kanzler 👍🏻
    Wenn er dann noch das Gesetz abschafft in dem Tiere als Sache gelten …….. dann, ja dann hätte er noch viele Stimmen mehr😉

  3. Das ist doch wohl der grösste Schwachsinn wenn hier erwähnt wird,, dass man einem Politiker in bedingungsloser Liebe zugetan ist..So weit kommt’s noch, egal welcher Farbe!

  4. Empfehlenswert die 100 Verhaltensmuster erfolgreicher demagogischer Praxis, die Walter Ötsch einst zu Straches Vorgänger Jörg Haider verfasst hat. Eine kurze Zusammenfassung dazu gibt’s u.a. hier, ausgeschmückt mit einem Karl-Kraus-Zitat, das an dieser Stelle wohl auf Haider gemünzt ist, das aber vielleicht auch zu Strache passt:

    »Das Geheimnis des Agitators ist«, sagt KARL KRAUS, »sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.« So fängt er die einen. Und indem er seine Gegner dazu verführt, ihn für dümmer zu halten, als er ist, verführt er diese dazu, sich überlegen zu fühlen und ihn zu unterschätzen, was strategisch oft von Vorteil ist.

  5. Schwacher Artikel. Da hast du aber schon sehr fantasievoll und ohne Belege für deine Aussagen alles zusammenkratzen müssen, was dir so einfällt. Ich will gar nicht wissen, was man bezüglich Politikern anderer Parteien hier so alles aufzählen könnte. Jaja, lauter Heilige… Ich werd den Strache auf jeden Fall wählen, keinen Bock mehr auf das Versagen von Rot Schwarz, die das Land ruinieren, schlechter kann mans sowieso nicht mehr machen.

    • Sie wissen hoffentlich, dass Sie bei der Nationalratswahl nicht den Kanzler oder die Kanzlerin, sondern Ihre demokratische Vertretung im Parlament wählen. Ich empfehle daher sachlich darüber nachzudenken, welche fähigen Abgeordneten die FPÖ zu bieten hat (siehe oben).

    • Schlechter kann mans nicht mehr machen? Da denkt der liebe Hofer anders: „Sie werden sich noch wundern was alles möglich ist.“
      Ich würde nicht behaupten, dass die anderen Heilige sind, aber ich sehe keinen Grund warum man deswegen zu noch „Schlimmeren“ läuft. Ich verstehe die Logik nicht, warum man manipulative, hetzerische Menschen an der Spitze des eigenen Landes haben will. Auswischen tut ihr euch damit nur selber eins!

      • Genau und damit werden solche wie SIE leben müssen 😉. Denn auch wir haben das bis jetzt müssen. Ohne euch rot/grün Wählern wäre es erst gar nicht soweit gekommen das ein HC Strache notwendig gewesen wäre . Und wie man auch hier lesen kann , treibt man auch noch die Unentschlossen der FPÖ zu.

      • dies, liebe frau monika, ist ja nun fast schon eine reifeprüfung in NLP: nun also sind die wähler, die aus den unterschiedlichsten gründen weder die FPÖ noch ihren spitzenkandidaten wählen wollten, schuldig, wenn österreich einen rechtsnationalistischen burschenschafter mit zahlreichen eindeutigen äußerungen bezüglich einer ideologie, für die das land schon vor 71 jahren – zu recht – ziemlich bitter bezahlen musste, als repräsentanten der republik österreich bekommen sollte…

        logisch interessante deduktion.

        kompliment, frau monika! wahrscheinlich hat sie – blondi wird der labrador ja wohl nicht heißen, vielleicht brownie? – zu ihren überschwänglichen lobeshymnen animiert. ich mag auch hunde – zwar nicht alle, aber das hat bisher meine denkfähigkeit noch nicht beeinträchtigt.

        sie fangen mit ihrem „ing.“ an, ich bleib‘ lieber beim „univ.prof.dr.“ (oh du mein österreich…!) 😛

      • Ihre Meinung bleibt ihnen unbenommen Frau Eva .;-)
        Nur einen noch älteren abgefakteren BP wie gehabt braucht keine Mensch mehr . So viel Prof.und Dr. Titeln kann einer gar nicht besitzen.. Wahrscheinlich braucht er den Titel das er sich seine unguten , braunen kaputten RsucherZähne leisten kann .

      • leute wie sie könnten einem leid tun, wäre nicht auch von ihnen zumindest eine spur sachlichkeit zu erwarten anstelle von ziemlich dummen, persönlichen beschimpfungen. aber das ist bei der strache-truppe, die das netz durchkämmt nach möglichkeiten, ihren geifer loszuwerden, offenbar leider zu hoch gegriffen.

        nicht einmal den mut haben, mit seinem klarnamen zu posten, orthografisch und grammatikalisch in einer weise, dass einem die haare zu berge stehen, und stilistisch dürftig und jedenfalls humorlos, ohne witz und geist.
        eigentlich bin ich froh, dass jemand wie sie nicht van der bellen wählt – das könnte nämlich glatt ein argument sein, ihn nicht und somit gar nicht zu wählen.

        so, jetzt habe ich auch einmal ad personam argumentiert. antworten sie oder lassen sie’s – ich les‘ es sicherlich nicht. mir ist’s um die zeit leid, auf derlei nochmals zu reagieren.

      • Den ersten Absatz ihres Auswurfes darf ich Ihnen 1 zu 1 zurück geben.😉.
        Der Rest ist bei mir soweit angekommen als wenn ein gelbes Rad in China Umfälle.
        Ich weiß natürlich das die Wahrheit für viele ,wie z.b für SIE , oft unakzeptabel ist. TYPISCH Typisch für Ihre Gesinnung . Es ist aber trotzallem leider TATSACHE das VDB ein Luftverschmutzer ist , inkl.alle in seinem Umfeld gefährdet !! Und das weil er ein starker Raucher ist ! PUNKT. Ich stelle mir vor er sitzt in einer wichtigen Besprechung und fiebert nach der nächsten Zigarette, das er als Kettenraucher sich kaum mehr konzentrieren kann und das noch dazu im seinem kreisen Alter :-(.. Was da dabei rauskommen mag ? Brrr ksum zum ausdenken 😦 Nein nein !! ICH möchte so einem NICHT zum BP haben .. Daher werde ich mich für Herrn Hofer entscheiden und sie Frau Eva können nichts dagegen tun 😁Aber da sie das sowieso NICHT mehr lesen werden ,schreibe ich es einfach für mich selbst löl.(machen ja alle Fpö Wähler gelle Fr Eva ?):-))
        Ps: Eines nich .
        BITTE seiit wann ist Monika kein richtiger Name bzw.woher möchten SIE WISSEN das ICH NICHT SO HEISSE? Werde ich ja leider auch NICHT mehr erfahren * traurigschau*

  6. Ja, wenn man sonst nix kann, muss man medial entweder mit Viechern oder Kindern kuscheln. Der Werbeschmäh ist so uralt aber HC (Hund) und Hofer (Katze) haben ihn beide angewandt. Kinderkuscheln ist halt grad nicht so en vogue nach den vielen Pfui-Gacki-Meldungen.

    • Genau so schreiben unwissende !! Hauptsache gegen die Fpö geht es.. Ist eben wiedereinmal typisches geschwafel 😉 . Dieses ist auch für viele Tausenden ein oder sigar DER Grund warum man zum Fpö Wähler wurde und wird … Aber ihr schnallt es nicht weil ihr so verbissen seit.

  7. Dieser Beitrag ist hausgemachter Unsinn und ich weiß nicht welches Sommergesprächen da gemeint war, z.B. nannte HC. ganz andere Namen für ein mögliches Regierungsteam, u.a.. Hofer, Belakowitsch, Haimbucher, etc. ! Alle durchwegs fähige, tolle Politiker, fleißig und ihren Fokus auf Österreich und den hier lebenden, ehrlichen und zu Österreich bekennenden Menschen, gerichtet! Eben alles, dass man von den jetzt regierenden Politikern, gerade nicht behaupten kann! Ebenso brachte HC. u.a. die Themen EU, Bildung, Arbeitslose, extreme Steuerbelastung, Sicherheit, Wirtschaft, den Zustrom unserer neuen Fachkräfte und Kulturbereicherer, zur Sprache ( soweit es bei dieser Moderatorin überhaupt möglich war ), unterstrich zum wiederholten Male die Wichtigkeit dieser Themen und sah es als absolutes FPÖ – Regierungsziel, vieles davon zu verbessern, um unsere Heimat wieder lebenswerter zu gestalten
    Ebenso blieb er Verbesserungs bzw. Lösungsvorschläge dafür nicht schuldig!
    Also für mich und viele in meinem Bekanntenkreis, verkörperte HC. Strache beim Sommergespräch, genau den Politiker den Österreich in der jetzigen schwierigen Situation braucht und wir schon seit Jahrzehnten leider nicht hatten!!!

    • @ Andreas, August 25, 2016 um 4:46 pm:
      Wenn dieser Beitrag, wie Du schreibst, „hausgemachter Unsinn“ ist, dann schreib doch etwas, das kein Unsinn ist.
      Schreib einfach einen sinnigen oder sinnvollen Artikel, der sich kritisch z.B. mit Rechtsreaktionären auseinandersetzt.

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