Ein Haider gehört her

Erschienen auf der ORF Wahl-13-App am 19.09.2013

Strache gegen Bucher. Diese Familienaufstellung am Donnerstag bei Ingrid Thurnher hat das dritte Lager auch nicht wirklich weitergebracht. Aber es hat jenen wieder in Erinnerung gerufen, der bei der letzten Nationalratswahl noch seinen großen Auftritt gehabt hat. Jörg Haider hat 2008 im Alleingang noch einmal mehr als zehn Prozent geholt. Eine letzte Probe seines populistischen Talents.

Der Standard hat dazu eine interessante Umfrage veröffentlicht, die das Linzer market-Institut mit dem mickrigen Sample von 440 Personen durchgeführt hat. Das ist zwar grundsätzlich fragwürdig, wie meine Kollegin Katja Arthofer im Ö1-Morgenjournal treffend thematisiert hat.

Aber schildern wir den Blog-Eintrag als Infotainment aus und zitieren wir aus der Umfrage: Demnach vermisst jeder vierte Österreicher Jörg Haider in der Innenpolitik, obwohl das politische Ausnahmetalent das Bundesland Kärnten im Ausnahmezustand und als Scherbenhaufen hinterlassen hat. Immerhin 53 Prozent meinen angesichts dessen, dass Haider dem Land nicht mehr gut tun würde.

Darling Van der Bellen

Absoluter Spitzenreiter in der nostalgischen Politiker-Hitliste ist übrigens der langjährige Bundessprecher der Grünen, Alexander van der Bellen, den 42 Prozent vermissen. Danach kommt der langjährige SPÖ-Vorsitzende und Bundeskanzler Franz Vranitzky, den 40 Prozent in einer Spitzenfunktion sehen möchten. Mit einigem Abstand folgt dann der Vorgänger des aktuellen ÖVP-Obmanns Spindelegger, nämlich Josef Pröll – bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus der Politik die Zukunftshoffnung der ÖVP. Immerhin 27 Prozent vermissen Pröll in der Innenpolitik, so die market-Umfrage.

Kanzlerwechsel mit Anlauf

Apropos Vranitzky. Von ihm können Politiker aller Farben und Klassen nicht nur lernen, wie man seinen Rückzug aus der Politik perfekt durchzieht. Vranitzky hat auch das Kunststück zuwege gebracht, nach der vorgezogenen Nationalratswahl 1995 über die tiefen Gräben hinweg wieder eine Koalition mit der ÖVP zu schmieden. Der Preis dafür war ein – für damalige Begriffe – Mega-Sparpaket und der Keim für Schwarz-Blau vier Jahre später. Wolfgang Schüssel hatte die Wahl vom Zaun gebrochen, weil er die Chance auf einen Kanzlerwechsel witterte. Ist nichts daraus geworden. So was passiert.

1999 hat es Schüssel dann aber wissen wollen. Als Dritter nicht in Opposition, sondern in den Porsche von Haider. Das passiert unter ÖVP-Obmann Spindelegger nicht. Der tritt als Dritter zurück. Sagt er.

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